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Warum der CDU-Vorschlag zur Umwidmung der Lüderitzstraße Etikettenschwindel ist

Zum Vorschlag der Weddinger CDU, die Lüderitzstraße und den Nachtigalplatz nicht umzubenennen, sondern nach einem Halberstädter Theologen btw. der nambischen Hafenstadt umzuwidmen, kann man nur den Kopf schütteln.
Die beiden Kolonialherren Adolf Lüderitz und Gustav Nachtigal sind aufgrund ihrer Rolle in der deutschen Kolonialzeit nicht würdigungswert. Es sollten keine Straßen und Plätze nach ihnen benannt sein, da eine Benennung nach Personen immer mit einer Würdigung  verbunden ist.
Mit dem Vorschlag, den Nachtigalplatz zu Ehren des Halberstädter Theologen Johann Karl Christoph Nachtigal umzuwidmen, macht es sich die Weddinger CDU zu einfach. Es kommt einem fast so vor, als hätte Weddings CDU-Chef Rissmann von seinem Zehlendorfer Schreibtisch aus „Nachtigal“ gegoogled und will den Platz nun dem erstbesten widmen, der zufällig den gleichen Nachnamen hat wie Gustav Nachtigal. Das wird der Bedeutung der deutschen Kolonialzeit nicht gerecht. Der Halberstädter Theologe hat keinen Bezug zu Berlin, geschweige denn zum Wedding. Auch ein Bezug zum Afrikanischen Viertel fehlt völlig.
Noch irrsinniger wird es, wenn vorgeschlagen wird, die Lüderitzstraße nicht mehr nach Adolf Lüderitz sondern nach der nambischen Hafenstadt Lüderitz umzuwidmen. Schließlich heißt diese Stadt nicht zufällig so, sondern wurde nach Adolf Lüderitz benannt. Noch dazu macht der Duden dem Plan einen Strich durch die Rechnung. Denn würde die Straße nicht mehr nach Adolf Lüderitz, sondern nach der Stadt Lüderitz benannt werden, müsste sie logischerweise Lüderitzer Straße heißen. Man sagt ja auch nicht Brüsselstraße oder Nauenplatz.

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