wwq

Journalist*innen vor Pegida und Co. schützen

Am vergangenen Montag wurde auf dem Legida-Aufmarsch in Leipzig eine MDR-Journalistin tätlich angegriffen. Ihr wurde das Telefon aus der Hand geschlagen, sie bekam einen Hieb in das Gesicht und wurde übel beleidigt. Der MDR zieht nun daraus Konsequenzen. Intendantin Karola Wille kündigte an, gegen solche Übergriffe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vorzugehen. Zudem wurde beschlossen, „Reporterinnen und Reporter bei solchen Einsätzen generell von Sicherheitspersonal begleiten zu lassen“.

Zuvor hatte Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling zu Attacken auf Journalist*innen aufgerufen. Wörtlich sagte sie: „Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese Volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.“ 

Leipzig war kein Einzelfall. In Berlin wurde der Journalist Helmut Schümann angegriffen, nachdem er im Tagesspiegel eine kritische Kolumne zur Hetze gegen Flüchtlinge veröffentlicht hatte. Bundesweit waren es im vergangenen Jahr 29 Journalist*innen, die bei rechtspopulistischer Veranstaltungen angegriffen wurden.

Angriffe auf Journalist*innen, sind Angriffe auf unsere Demokratie! Es ist nicht hinnehmbar, dass Vertreter*innen von öffentlich rechtlichen wie privaten Medien nur noch unter Polizeischutz oder mit eigenen Sicherheitsdiensten das Grundrecht auf Pressefreiheit wahrnehmen können. Einsatzkräfte der Polizei müssen das Grundrecht der Pressefreiheit aktiv durchsetzen.

Problematisch ist auch, dass sich Neonazikader mittels einfach zu beschaffender Jugendpresseausweisen Zugang zu Journalist*innen vorbehaltenen Einsatz-Zonen verschaffen und hier Journalist*innen provozieren, fotografieren und einschüchtern. Wer diese Jugendpresseausweise dazu missbraucht, dem müssen diese konsequent wieder entzogen werden.

Angesichts der sich häufenden Übergriffe auf Journalist*innen hat der Deutsche Journalisten-Verband den Blog Augenzeugen.info ins Leben gerufen, in der sich Opfer und Zeugen rechtsextremer Gewalt austauschen können.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld